Na, das war doch mal ein prächtiges Wochenende! Das einzig wirklich nervige ist die Erkältung, die ich vom Laufen am Donnerstag mitgebracht hatte. Die trage ich auch weiter fleißig mit mir herum.
Nichts destotrotz habe ich die Gelegenheit wahrgenommen. Jemand hier vor Ort hat mir eine Führung bei den Jesus People organisiert - und das ist wertvoll, denn das Büro von denen scheint etwas chaotisch zu sein, so dass wir es nie zu einer Verabredung kamen. Ich durfte mich einer anderen Gruppe anschließen und der Geschichte lauschen. Anschließend sind die wieder abgedampft und ich blieb zum Abendessen, dass dort wie alles kostenlos ist. Bei der Gelegenheit lernte ich, wohl nicht zufällig, eine Deutsche kennen, die bei den Jesus People eingeheiratet hat und deshalb in den Staaten bleiben darf. Hinterher haben wir noch spontan das deutsche Brettspiel Funkenschlag in der englischen Fassung gespielt. Es geht darum Städte mit Strom zu versorgen. Dazu muss man Netze bauen, Kraftwerke ersteigern und die nötigen Rohstoffe organisieren. Feine Sache das. Als ich zurück kam, habe ich noch "Der Soldat James Ryan" mit zu ende geguckt und fleißig diskutiert. Das ist natuerlich durchaus interessant so zwischen jungen US Amerikanern und Deutschen.
Nachtrag zu den Jesus People: Sie sind ein Ergebnis der Vergangenheit, entstanden als Reaktion auf die Hippies. Die guten Sachen übernommen und behalten, Promiskuitaet und Drogen rausgelassen. Los ging es mit der REZ Band (mit deren Musik ich aufgewachsen bin) die durch die USA tourten und immer mehr Leute im Schlepptau hatten. Irgendwann blieben sie in Chicago hängen. Und aus den 200 wurden bald 500 Leute. Aber ihnen gefiel es nicht so sehr, so verteilt zu leben - in fünf Häusern, sie wollten dichter beieinander sein. Und durch glückliche Fügungen gelangten sie an ein geschlossenes Hotel, in dem sie nun zusammen leben. Unterm Dach gibt es noch ein paar günstige Zimmer für Senioren (ganze drei Etagen). Jeder ist Mitarbeiter, dafür ist alles ohne Bezahlung zu haben. Insgesamt ein ziemlich verrückter Haufen.
Am Samstag hab ich geholfen im Umsonst Klamottenladen Kleidung zu sortieren. Was man nicht mehr braucht kann man vorbei bringen und was man brauchen kann, darf man mit nehmen. Einfach und nicht ganz doof. Abends haben wir am Lagerfeuer im Hinterhof abgehangen. Die anderen hatten das Haus aufgeräumt und dabei eine Kiste kleine Raketen gefunden. Und im jugendlichen Überschwang haben wir ein paar davon abgefeuert. Und zack, tauchten vier Polizisten auf, es koennte ja eine Schießerei gewesen sein. Nach dem sie unsere Personalien aufgenommen hatte (es war gar kein Strafeintrag fuer mich vorhanden) nahmen sie die Raketen mit. Fünf Minuten später tauchte nochmal einer von ihnen auf und sagte, dass sie die Raketen dorthinten in die Mülltonne gepackt haben und wir sie uns wieder holen können. Das verstehe einer. Was wir aber klar verstanden haben, war das etwa vier Päckchen Raketen fehlten.
Posts mit dem Label Frieden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Frieden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 18. April 2013
Mittwoch, 24. Oktober 2012
Liebeskrank (Video)
Ich habe da mal wieder einen Ohrwurm, den ich gerne gewillt bin zu teilen. (Auch wenn ich keine Rechte am Video, Text, Bild oder Musik habe.) Liebeskrank kann echt was schönes sein.
'Harp in My Heart' by 'The Glorious Unseen'
| (You're so unpredictable.) | (Du bist so unberechenbar.) | |
| There's a harp in my heart | Es gibt eine Harfe in meinem Herzen | |
| and only You can play it. | und nur du kannst darauf spielen. | |
| There's a song in my soul | Es gibt ein Lied in meiner Seele | |
| and only You can sing it. | und nur du kannst es singen. | |
| You're so unpredictable. | Du bist so unberechenbar. | |
| Just like the rhythm, | Genau wie der Rhythmus, | |
| the rhythm of weeping. | der Rhythmus des Weinens. | |
| And my life is still so upside-down. | Und mein Leben steht immer noch Kopf. | |
| But You keep on coming, | Du bleibst dabei zu kommen | |
| coming around. | vorbei zu kommen. | |
| You keep on loving, | Du liebst weiter | |
| even when I let You down. | auch wenn ich dich im Stich lasse. | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| For You, my God, | Nach dir, mein Gott, | |
| You have my heart. | du hast mein Herz. | |
| There's a harp in my heart | Es gibt eine Harfe in meinem Herzen | |
| and only You can play it. | und nur du kannst darauf spielen. | |
| There's a song in my broken soul | Es gibt ein Lied in meiner gebrochenen Seele | |
| and only You can sing it. | und nur du kannst es singen. | |
| Only You can satisfy | Nur du kannst zufrieden stellen | |
| my very deepest heart cry. | das tiefste Verlangen meines Herzens. | |
| And so I come to You | Und so komme ich zu dir | |
| with what I am. | mit dem, was ich bin. | |
| A sinful and weak | Ein sündiger und schwacher | |
| broken man. | gebrochener Mann. | |
| Longing to run, | Verlange zu laufen | |
| yet struggling to stand. | noch kämpfend, um zu stehen. | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| For You, my God, | Nach dir, mein Gott, | |
| You have my heart. | du hast mein Herz. | |
| I'm lovesick for You. | Ich bin liebeskrank nach dir. | |
| I'm lovesick for You, Jesus. | Ich bin liebeskrank nach dir, Jesus. | |
| So lovesick for You. | Ich bin liebeskrank nach dir. | |
| I'm lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| So lovesick. | So liebeskrank | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| I am lovesick. | Ich bin liebeskrank. | |
| For You, my God, | Nach dir, mein Gott, | |
| you have my heart. | du hast mein Herz. |
Montag, 11. Juni 2012
Endlich habe ich eine halbe Stelle. Und endlich habe ich Urlaub gehabt. Ich habe tatsächlich mehr Zeit zum Leben. Und das mache ich irgendwie auch. Nur irgendwie anders als ich es mir gedacht hatte. Es kommt mir vor, als wenn ich ziemlich im hier und jetzt angekommen bin. Ich lebe den Tag, wie es sich gerade anbietet, gucke welche Möglichkeiten in der nächsten halben Woche da sind und lasse es auf mich zu kommen. Dabei verblassen meine Planungen und Ideen von der Zukunft. Das könnte ganz gut sein, weil ich so weniger von meinen eigenen Vorstellungen festgelegt bin. Das ist aber auch ein bisschen gruselig, weil ich einfach ungefähr gar nix mehr anpacke von dem, was mal auf meiner Agenda stand. - Unheimlich...
Letztes Wochenende war ich als Mitarbeiter bei Vineyard Psalmkultour 2012 in Hannover dabei. Mit dem Aufbau und Abbau war mein Job im wesentlichen getan, so dass ich mir schön drei Seminare reinflöten konnte. Ich habe eine volle Packung abbekommen an dem Tag. Wen Tränen ein Qualitätsiegel sind, dann war es ein verflixt hochwertiger Tag! Ich habe zum ersten Mal so annähernd richtig kapiert, was es bedeuten könnte ein Königskind Gottes zu sein. Geliebt und angenommen zu sein, ohne Leistungen und Vorbedingungen. Ja, ich habe das schon sehr oft gehört, aber wohl erst sehr spät kapiert. Aber lieber spät als gar nicht. Nun gilt es dieses Bewusstsein wach zu halten und aus dieser Erkenntnis zu leben - nich' als Leistung, einfach weil ich es kann und es geil befreiend ist.
Letztes Wochenende war ich als Mitarbeiter bei Vineyard Psalmkultour 2012 in Hannover dabei. Mit dem Aufbau und Abbau war mein Job im wesentlichen getan, so dass ich mir schön drei Seminare reinflöten konnte. Ich habe eine volle Packung abbekommen an dem Tag. Wen Tränen ein Qualitätsiegel sind, dann war es ein verflixt hochwertiger Tag! Ich habe zum ersten Mal so annähernd richtig kapiert, was es bedeuten könnte ein Königskind Gottes zu sein. Geliebt und angenommen zu sein, ohne Leistungen und Vorbedingungen. Ja, ich habe das schon sehr oft gehört, aber wohl erst sehr spät kapiert. Aber lieber spät als gar nicht. Nun gilt es dieses Bewusstsein wach zu halten und aus dieser Erkenntnis zu leben - nich' als Leistung, einfach weil ich es kann und es geil befreiend ist.
Labels:
Arbeit,
Emotionen,
Festivals und Co,
Frieden,
Spiritualität
Samstag, 25. Juni 2011
Chaos der Gefühle aus der Westbank
Toll, da habe ich das Wochenende frei und sogar für die Hälfte der Zeit ein Auto - und komme doch zu nix. (Ich liebe den - als universales Satzzeichen.) Meine Verdauung ist wieder etwas unruhig, ich dafür im großen und ganzen um so mehr - nur schlafen und lesen - nix mit ausfliegen.
Weil's gerade noch frisch ist gibt es noch ein bisschen Nachschlag zur Westbank: Angefangen hat es damit, dass wir mit dem Auto nach Jerusalem gefahren sind. Dort haben wir uns im Büro von Musalaha einen Vortrag angehört. Eine christliche Initiative die an der Versöhnung zwischen Palästinensern und Juden und sonstwem arbeitet. Sehr schon - wo hört man denn sonst davon, dass wir eine Theologie der Versöhnung brauchen?!
Dann ging es durch den Checkpoint in der Separationwall nach Bethlehem. Die Bilder von Banksy habe ich leider verpasst. Aber wir waren in einem so genannten Flüchtlingslager. Nach UN Richtlinien gelten diese Menschen als Flüchtlinge. Auch wenn es ihre Großeltern waren, die vor Jahrzehnten vertrieben wurden. - Die Enkel wohnen heute in ordentlichen Häusern. Es ist zwar eng und die Wasserversorgung bescheiden, aber Zelte gibt es dort schon lange nicht mehr. Macht das Wort 'Flüchtling' noch Sinn?! Und fixiert die UN mit ihren Regeln diese Situation?
Nächstes schräges Ding in Bethlehem ist die Kirche mit der Abwurfstelle. Äääh, die Geburtskirche.
Am nächsten Tag haben wir uns mit einem moderaten Siedler getroffen. Der Einblick in die Yeshivah (Talmud / Torah Schule) war interessant, ebenso wie unser Guide. Sowas von aufgebracht und gleichzeitig konnte er sich nicht vorstellen, dass es irgendwo Unterdrückung der Palästinenser gibt. (Das um seinen Ort herum auf den dreisprachigen Schildern das Arabisch übermalt wurde muss er wohl übersehen haben.)
Dann ging es rüber nach Hebron. Mit ohne Witz, die Stadt ist geteilt. Der Sektor H2 wird von der israelischen Armee kontrolliert, um dort einige hundert Siedler zu schützen. Das bedeutet viele Checkpoints und keine Autos. Rund um die Siedler wohnen tausende Palästinenser. Bei einer solchen Familie durfte ich übernachten. Sie beklagen sich darüber von den Siedlern terrorisiert zu werden. Bäume und Autos werden angezündet, Frauen und Kinder verprügelt. Fliegende Steine sind noch harmlos dabei - aber die kamen auch auf unsere Leute zu.
Und weil dieser Eindruck noch nicht reichte ging es noch zu einem palästinensischen Dorf. Dort wurden wir von einem 'Christian Peacemaker Team' Aktivisten über die Situation in At Tuwani unterrichtet. Im wesentlichen ist es der Konflikt mit der benachbarten Siedlung. Von dort werden die Kinder auf ihrem Schulweg fast täglich mit Steinen beworfen.
Ey, ich sach ma': ich seh echt nich' durch. Aber ich halte es gerne mit dem Friedensaktivisten der sinngemäß sagte: 'Ich will gegen jeden Ungerechtigkeit kämpfen, egal wie sie (politisch) begründet oder verursacht ist!'
Weil's gerade noch frisch ist gibt es noch ein bisschen Nachschlag zur Westbank: Angefangen hat es damit, dass wir mit dem Auto nach Jerusalem gefahren sind. Dort haben wir uns im Büro von Musalaha einen Vortrag angehört. Eine christliche Initiative die an der Versöhnung zwischen Palästinensern und Juden und sonstwem arbeitet. Sehr schon - wo hört man denn sonst davon, dass wir eine Theologie der Versöhnung brauchen?!
Dann ging es durch den Checkpoint in der Separationwall nach Bethlehem. Die Bilder von Banksy habe ich leider verpasst. Aber wir waren in einem so genannten Flüchtlingslager. Nach UN Richtlinien gelten diese Menschen als Flüchtlinge. Auch wenn es ihre Großeltern waren, die vor Jahrzehnten vertrieben wurden. - Die Enkel wohnen heute in ordentlichen Häusern. Es ist zwar eng und die Wasserversorgung bescheiden, aber Zelte gibt es dort schon lange nicht mehr. Macht das Wort 'Flüchtling' noch Sinn?! Und fixiert die UN mit ihren Regeln diese Situation?
Nächstes schräges Ding in Bethlehem ist die Kirche mit der Abwurfstelle. Äääh, die Geburtskirche.
Am nächsten Tag haben wir uns mit einem moderaten Siedler getroffen. Der Einblick in die Yeshivah (Talmud / Torah Schule) war interessant, ebenso wie unser Guide. Sowas von aufgebracht und gleichzeitig konnte er sich nicht vorstellen, dass es irgendwo Unterdrückung der Palästinenser gibt. (Das um seinen Ort herum auf den dreisprachigen Schildern das Arabisch übermalt wurde muss er wohl übersehen haben.)
Dann ging es rüber nach Hebron. Mit ohne Witz, die Stadt ist geteilt. Der Sektor H2 wird von der israelischen Armee kontrolliert, um dort einige hundert Siedler zu schützen. Das bedeutet viele Checkpoints und keine Autos. Rund um die Siedler wohnen tausende Palästinenser. Bei einer solchen Familie durfte ich übernachten. Sie beklagen sich darüber von den Siedlern terrorisiert zu werden. Bäume und Autos werden angezündet, Frauen und Kinder verprügelt. Fliegende Steine sind noch harmlos dabei - aber die kamen auch auf unsere Leute zu.
Und weil dieser Eindruck noch nicht reichte ging es noch zu einem palästinensischen Dorf. Dort wurden wir von einem 'Christian Peacemaker Team' Aktivisten über die Situation in At Tuwani unterrichtet. Im wesentlichen ist es der Konflikt mit der benachbarten Siedlung. Von dort werden die Kinder auf ihrem Schulweg fast täglich mit Steinen beworfen.
Ey, ich sach ma': ich seh echt nich' durch. Aber ich halte es gerne mit dem Friedensaktivisten der sinngemäß sagte: 'Ich will gegen jeden Ungerechtigkeit kämpfen, egal wie sie (politisch) begründet oder verursacht ist!'
Mittwoch, 22. Juni 2011
wieder back - West Bank
Wow, I'm just back. Gerade frisch zurück und diesemal sofort Eindrücke festhalten. Details kann ich später immer noch verschweigen. Ich bin so dankbar und froh, dass ich diesen verrückten Trip mitmachen konnte. Drei Tage lang durch und um die Westbank gereist und mit Leuten gesprochen. Verschiedene Eindrücke und Meinungen gesammelt. Gibt es Objektivität? Unwahrscheinlich. Ein größeres Bild puzzelt sich nach jeder Begegnung zusammen. Jedes Teil das angelegt wird hat drei weitere offene Seiten, die neue Fragen mit sich bringen. Ich habe viel gesehen, viel gelernt, viel verstanden. Lösungen und Antworten gehört - aber keine davon ist bisher Wirklichkeit geworden.
Letzte Nacht durfte ich an einem der wohl, krassesten Orte übernachten. In Hebron (H2) bei einer Palästinenser Familie, die von jüdischen Siedlern bedroht und angegriffen wird. Viel mehr kann man den Konflikt kaum zuspitzen.
Letzte Nacht durfte ich an einem der wohl, krassesten Orte übernachten. In Hebron (H2) bei einer Palästinenser Familie, die von jüdischen Siedlern bedroht und angegriffen wird. Viel mehr kann man den Konflikt kaum zuspitzen.
Abonnieren
Posts (Atom)